Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu, und es war bestimmt kein einfaches Jahr für viele, innerhalb der Branche und außerhalb.
Dennoch gab es in der Robotik auch viele Highlights und Höhepunkte, auf die wir heute zurückblicken wollen. Dabei wollen wir den Blick vor allem auf das Positive richten, sodass wir mit Zuversicht ins neue Jahr 2026 starten können.
Wir werfen einen Blick auf technologische Entwicklungen, auch unter Anbetracht der Anfang des Jahres genannten Top-Trends von 2025, die größten News der Branche, lassen die automatica und die all about automations Revue passieren, und blicken nochmal kurz auf den World Robotics Report. Außerdem geben wir auch einen kleinen Rückblick auf das Jahr des Deutschen Robotikverbandes.
Wir haben viel vor, also lasst uns mit dem Robotik-Jahresrückblick 2025 beginnen!
Humanoide, KI und mehr Neues
Wir haben uns dieses Jahr in einer Beitragsreihe intensiv mit den von der International Federation of Robotics (IFR) genannten größten Trends des Jahres 2025 auseinandergesetzt, da diese uns auch in der Zukunft noch begleiten werden. Dabei waren KI und humanoide Roboter die beiden Technologien, die explizit genannt wurden, und vor allem bei einem Rundgang über die automatica wurde klar, wie groß der Hype um diese beiden Themen aktuell wirklich ist.
Humanoide Roboter – doch nur Hype?
Humanoide Roboter sorgen nun schon seit ein paar Jahren immer wieder für Schlagzeilen, auch weit über die Branche hinaus, doch 2025 hat sich hier wohl so viel getan wie nie zuvor: immer mehr Hersteller, vor allem aus den USA, China und Japan, versuchen sich an der Entwicklung von Humanoiden. In Deutschland haben wir mit NEURA und jüngst auch Agile Robots zwei Hersteller, die hier ins Rennen gehen.
Dennoch hat sich insbesondere auf Messen gezeigt, dass humanoide Roboter zwar an einigen Ständen ausgestellt waren, diese jedoch in den seltensten Fällen laufen, geschweige denn selbstständig agieren konnten.
Die Technologie ist hochkomplex – das ist schon lange bekannt – da sehr viele einzelne Komponenten benötigt werden, die aber zuverlässig und fehlerfrei zusammenarbeiten müssen. Das führt nach wie vor zu häufigen Crashs, und aufgrund der hohen Anforderungen an die Sicherheit sind Humanoide aktuell noch kaum einsetzbar, wenn sie denn überhaupt funktionsfähig sind.
Ob humanoide Roboter wirklich eine große Rolle in der Fabrik und Gesellschaft der Zukunft spielen werden oder sie vielleicht doch nur Prestigeprojekte sind, wird die Zeit zeigen.
Klar ist, dass wir auch 2026 noch vieles über die Kollegen aus Blech hören werden.

Next-Gen Roboterprogrammierung mit KI
Ganz anders sieht es beim Thema Künstliche Intelligenz und Robotik aus: Hier gab es im letzten Jahr enorme Fortschritte und viele Hersteller haben es bereits erfolgreich geschafft, KI in ihre Systeme zu integrieren. Vor allem bei der Programmierung soll künstliche Intelligenz helfen – eine Aufgabe, für die sie buchstäblich wie geschaffen ist.
So haben beispielsweise fruitcore robotics und KUKA bereits KI-Funktionen in ihre Betriebssysteme integriert. Bei der Programmierung von fruitcore-Robotern hilft ein AI-Copilot bei Fragen und Problemen und hilft so beispielsweise beim Troubleshooting.
KUKA hat mit dem iiQKA.OS2 ein neues Betriebssystem vorgestellt, das ebenfalls unterstützende KI-Funktionen hat, auf dem eigenen Tablet installiert werden kann und mithilfe dessen Knickarm-, SCARA- und Delta-Roboter programmiert werden können.
Diese beiden Beispiele zeigen, wo der Fokus bei der Integration von KI in der Robotik liegt: einfachere, intuitive Bedienung für mehr Benutzerfreundlichkeit und eine Optimierung von Robotern und Programmen durch das zielgerichtete Auswerten von Roboterdaten. No-Code und Low-Code wird durch KI möglich, und die Zugangsschwelle zur Robotik sinkt immer weiter.
Auch die Integration von KI in Vision-Technik ist ein großes Thema, denn dadurch wird der ‘Griff in die Kiste’ endlich umsetzbar. Teile müssen nicht mehr sorgfältig sortiert werden, damit der Roboter sie aufnehmen kann, was viele neue Anwendungen möglich macht.
Das wahre Potenzial von Robotern entfaltet sich erst durch den Einsatz von KI, da sie Automatisierung auf ein neues Level bringt.
Die rasanten Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz im Allgemeinen beflügeln auch die Innovationskraft in der Robotik, und vielleicht werden wir schon nächstes Jahr Technologien sehen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Es bleibt sehr spannend.
Logistikroboter & AMR
Auch wenn es nicht explizit als Trend für 2025 benannt wurde, so war die Logistik doch weiterhin ein riesiger Wachstumssektor der Robotik. Autonome Mobile Roboter (AMR) und fahrerlose Transportsysteme sind inzwischen eine etablierte Technologie, die bereits in vielen Logistikhallen und Produktionsstätten Einzug gehalten haben.
Es ist eine Sparte, die wohl eine der großen Zukunftsträger der Robotik ist, da sich AMR nicht nur als zuverlässig und hilfsbereit erwiesen haben, sondern es zudem ein enormes Potenzial für die Weiterentwicklung der Technologie gibt.
Kleiner, größer, höher, niedriger, schneller, präziser, sicherer: Es kann noch viel verbessert und erweitert werden. Wie auch bei Industrierobotern gibt es je nach Kunde viele verschiedene Anforderungen. Ein Spediteur eines Großhändlers hat andere Bedürfnisse als ein kleiner Handwerksbetrieb, der mit einem AMR sein Ersatzteillager automatisieren möchte. Beim einen kommt es vor allem auf hohe Traglasten und Geräte an, die auch in meterhohe Regale greifen können, beim anderen sind Präzision und Roboter, die auch enge Gänge navigieren können, gefragt.
Die Branche der mobilen Robotik wird noch viel weiter wachsen und immer neue Anwendungsgebiete erschließen, so wie es auch bei den Industrierobotern passiert. Künstliche Intelligenz ist auch hier eine Schlüsseltechnologie, die den technologischen Fortschritt ums Vielfache beschleunigen wird.
Neue ISO 10218-1 & -2:2025
Die überarbeitete und im Februar 2025 veröffentlichte EN ISO 10218-1 und -2:2025 bringt wesentliche Neuerungen für die Sicherheit und den Einsatz von Industrierobotern, insbesondere im Hinblick auf kollaborierende Systeme (Cobots). Ein zentraler Fokus liegt auf der funktionalen Sicherheit: Statt einer pauschalen Sicherheitsanforderung werden nun konkrete Sicherheitsfunktionen genannt und ihnen Standard-Performance-Level zugewiesen. Abweichungen sind möglich, erfordern aber eine ausführliche Risikobeurteilung und einen größeren Dokumentationsaufwand.
Erstmals eingeführt wurde eine Klassifizierung von Industrierobotern ein, die zwischen Klasse 1 (geringes Gefahrenpotenzial, geringere Anforderungen) und Klasse 2 (höhere Anforderungen) unterscheidet. Dies ist vor allem für kleinere und leichtere Cobots der Klasse 1, die die definierten Voraussetzungen erfüllen, eine spürbare Vereinfachung.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Integration der Inhalte der technischen Spezifikation ISO/TS 15066, die sich speziell mit der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) befasst. Die Norm deckt nun die bekannten Kollaborationsarten wie Handführung oder Leistungs- und Kraftbegrenzung ab, wobei definierte Kraft- und Druckgrenzwerte das Risiko bei direktem Kontakt zwischen Mensch und Roboter regeln.
Die Norm greift zudem Aspekte aus der Maschinenrichtlinie auf, wie die Pflicht zum „normalen Stillsetzen“ zur kontrollierten Anlagenabschaltung. Ergänzt wurden außerdem neue Themen wie Restart-Interlock, Greifersysteme, Cybersecurity und mechanische Festigkeit. Die erweiterte Fassung von Teil 2 auf über 250 Seiten stellt Konstrukteure, insbesondere von Leichtbaurobotern, vor eine neue Herausforderung, bietet aber gleichzeitig einen klareren Rahmen für die Sicherheit moderner Robotikanwendungen.
Softbank kauft ABB Robotics
Eine der größten Neuigkeiten des Jahres war wohl jüngst die Verkündung, dass ABBs Robotiksparte vom japanischen Technologie-Investor Softbank Group übernommen wird. Der Gesamtkaufpreis soll sich auf 5,375 Milliarden Dollar belaufen, die Details des Deals sind aber noch nicht abschließend geklärt. Es wird erwartet, dass der Abschluss der Transaktion erst im zweiten Halbjahrs 2026 erfolgen wird.
Softbank führt als Gründe für die Übernahme an, dass sie im Bereich KI stärker aufgestellt sein wollen, und dazu gehören unter anderem auch KI-Roboter.
Das war ein Überblick über einige der größten Themen und Schlagzeilen, die die Robotikbranche im Jahr 2025 geprägt haben. Nun machen wir weiter mit einem Messerückblick.
Messerückblick: all about automations und automatica 2025
all about automation (aaa)
Der Erfolgszug der aaa geht weiter: Das regionale Messekonzept mit Fokus auf Anwenderorientierung erfreut sich großer Beliebtheit, und auch die dieses Jahr abgehaltenen Messen verzeichneten einen großen Besucherandrang und sind inzwischen für viele ein fester Termin geworden.
Von Friedrichshafen über Heilbronn, Wetzlar, Chemnitz und Düsseldorf bis nach Hamburg – die all about automation war dieses Jahr in ganz Deutschland zu Gast. In Hamburg hat die Messe zudem sogar ein neues Zuhause und Datum gefunden: Zusammen mit der EMPACK und der Logistics & Automation findet die aaa nun im Juni in der Messe Hamburg statt.
Drei Messen in einer – mit nur einem Ticket erlebt man hier Innovationen und Lösungen aus Industrieautomation, Robotik, Digitalisierung, Intralogistik und Verpackung.
Und 2026 geht es noch weiter: Neben den jährlich stattfindenden Messen in Friedrichshafen, Düsseldorf, Heilbronn, Chemnitz und Hamburg sind auch Berlin und Straubing nächstes Jahr im Programm mit dabei. Außerdem kommt die aaa wieder in die Schweiz nach Zürich, und zum ersten Mal geht es auch nach Österreich, nämlich nach Wels. Somit ist das Messekonzept nun im gesamten DACH-Raum an 11 Standorten vertreten.
Alle Termine und weitere Informationen finden Sie hier.

(Quelle: all about automation)
automatica 2025
Die automatica 2025 in München war trotz der schwierigen Wirtschaftslage ein großer Erfolg: Die Messe verzeichnete einen Besucher- und Ausstellerrekord und unterstrich damit ihre Bedeutung als globaler Pflichttermin der Branche. Knapp 49.300 Besucher und 1.200 Roboter waren vor Ort, wobei die Aussteller die Qualität der Besucher und den gestiegenen Neukundenanteil besonders lobten. Die Messe bot eine beeindruckende Leistungsschau über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.
Zentrale Themen waren – wie bereits erwähnt – der anhaltende Hype um humanoide Roboter – auch wenn deren Praxistauglichkeit noch begrenzt war – und die allgegenwärtige Integration von Künstlicher Intelligenz (KI), insbesondere in der Roboterprogrammierung. Darüber hinaus rückte der Bereich Health Tech in den Fokus und zeigte das wachsende Potenzial von Robotiklösungen im Gesundheitswesen. Mobile Robotik und vernetzte Produktion komplettierten den Themenmix.
Eine Neuheit war die starke Präsenz von chinesischen Roboterherstellern. Vor allem Estun, Chinas größter Roboterhersteller, beeindruckte mit seiner großen Produktpalette und zeigt, dass die Konkurrenz aus China immer näher rückt.
Der hohe Anteil internationaler Besucher (38 Prozent) und die fast einhellig positive Bewertung durch Aussteller und Besucher bestätigten den Leitmessecharakter und die Wichtigkeit der automatica 2025 als Impulsgeber für die Zukunft der Industrie.
Der World Robotics Report – Ein Blick zurück auf 2024
Der World Robotics Report wird jährlich Ende September veröffentlicht und gibt eine Übersicht über Zahlen und Daten des Robotik-Vorjahres, das heißt, der World Robotics Report 2025 gibt einen Einblick in den deutschen und globalen Robotikmarkt 2024.
Hier ein kurzer Auszug der wichtigsten Ergebnisse, eine ausführlichere Zusammenfassung haben wir hier verfasst.
Deutschland behauptete 2024 seine Position als europäischer Spitzenreiter in der Roboter-Automation mit einem operativen Bestand von 278.900 Robotern, was 40 % aller Fabrik-Roboter in der EU ausmacht. Mit 27.000 neu installierten Einheiten verzeichnete Deutschland weltweit das fünfthöchste Installationsvolumen. Bemerkenswert ist der dramatische Rückgang der Investitionen in der traditionell führenden Automobilindustrie (-25 % auf 6.900 Einheiten), während die metallverarbeitende Industrie (+23 %) und die Chemie-/Kunststoffindustrie (+71 %) stark wuchsen.
Global betrachtet blieb die Zahl der Neuinstallationen von Industrierobotern 2024 mit 542.000 Einheiten nahezu identisch mit dem Vorjahr. China dominierte den Markt und installierte beeindruckende 54 % aller weltweiten Roboter (295.000 Einheiten). Zum ersten Mal überholte die Elektronikbranche die Automobilindustrie als größter Abnehmer.
Auch Cobots setzten ihren Trend fort und steigerten ihren Marktanteil auf 11,9 % aller Installationen.
Im Bereich der Servicerobotik dominierten Logistik- und Transportroboter (52 % aller Service-Installationen). Den stärksten prozentualen Zuwachs verzeichneten professionelle Reinigungsroboter (+34 %) sowie die Medizinroboter, die mit einem Wachstum von 91 % – insbesondere durch Rehabilitations- (+106 %) und Diagnose-/Analyse-Roboter (+610 %) – herausragten und das immense Potenzial in Health Tech unterstrichen.
Für die kommenden Jahre bis 2028 prognostiziert die IFR weltweit ein steileres Wachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 7 %, während für Deutschland eine Erholung und stärkeres Wachstum ab 2027 erwartet wird.
Rückblick des Deutschen Robotikverbandes
Neuer Fachbereichsleiter für Mobile Robotik
Thomas Stadler ist seit Herbst dieses Jahres unser neuer Fachbereichsleiter für die mobile Robotik. Er will die Mobile Robotik in Deutschland weiter voranzubringen.
Zum Ziel hat er sich unter anderem diese beiden Themen gesetzt:
– Plattform für Austausch und Kooperation: Wissen, Erfahrungen und Best Practices im Bereich Robotik und Intralogistik zugänglich machen. Gerne auch nach außen via Fachartikel, Podcasts, Treffen oder ähnlich.
– Impulse für den Mittelstand: Geplant ist ein kostenfreies Webinar, das allen Interessierten offensteht. In festgelegten Terminen sollen Unternehmen, insbesondere kleine und mittelständische, die Möglichkeit haben, Fragen rund um das Thema FTS zu stellen und Impulse für ihre eigene Praxis zu erhalten.
Wer sich beteiligen möchte, darf sich gerne bei Thomas Stadler melden.
Roboterführerschein
Dass der Roboterführerschein ein wahres Mammutprojekt ist, haben wir schon lange gewusst. Dieses Jahr hat uns vor einige organisatorische und logistische Herausforderungen gestellt, die dazu geführt haben, dass das Konzept nochmal neu aufgerollt wurde, um die Nutzerfreundlichkeit für Trainer und Teilnehmer zu erhöhen und den Führerschein flexibler und einfacher zu gestalten. Fälschungssichere Zertifikate und eine dezentrale, aber klare Organisation waren weitere Punkte, die in den Fokus gerückt sind.
Projektleiter Werner Hampel ist aktuell intensiv mit der Erstellung eines Interfaces und der Infrastruktur beschäftigt, ab Anfang 2026 soll die Beta-Testphase starten.
Wer sich beteiligen möchte, darf sich gerne bei Werner Hampel melden.
Das war es mit unserem Robotik-Jahresrückblick 2025!
Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich für den Support und eure Mitarbeit im Verein bedanken und wünschen euch besinnliche Feiertage, einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Erfolg, Gesundheit und Freude in 2026.