Roboter Highlights der CES 2024

Von 9. bis 12. Januar 2024 fand in Las Vegas die Consumer Electronics Show (CES 2024) statt. Auf der größten Elektronikmesse der Welt waren dieses Jahr über 4000 Aussteller und über 130.000 Besucher vor Ort. 

Wie der Name schon verrät, dreht sich bei der CES alles um Consumer Electronics, also Elektronik für Haushalt, Unterhaltung und mehr. Von Fernsehern, Gaming, Grafikkarten bis hin zu Autos ist alles dabei, und natürlich dürfen auch Roboter nicht fehlen.
Die interessantesten Robotik-Neuheiten, die auf der CES präsentiert wurden, wollen wir euch heute vorstellen. 

Samsung Ballie: Niedlicher Helfer für Zuhause

Ballie von Samsung soll der “wahre KI-Begleiter” im Haushalt werden. Noch 2024 soll der kleine Helfer, der ungefähr die Größe und auch Form einer Bowlingkugel hat, in den Verkauf gehen. Ballie kann im Haus patrouillieren, Smart-Geräte steuern, sich um die Haustiere kümmern und sogar beim Fitness-Programm helfen.

Schon 2020 hat Samsung einen Prototypen vorgestellt, jetzt ist Ballie physisch und inhaltlich gewachsen.

Der kleine Ball soll ein echter Allrounder sein: So hat Samsung etwa gezeigt, wie der Roboter ein Trainingsvideo an die Wand projiziert, inklusive musikalischer Begleitung; er kann die Luftqualität des Hauses grafisch darstellen und zum Beispiel darauf hinweisen, dass ein Filterwechsel notwendig ist. Zudem kann er auch Termine anzeigen oder Anrufe tätigen.

Obwohl der Roboter noch dieses Jahr erhältlich sein soll, war die Demo auf der CES geskriptet und Zuschauer durften nicht selbst mit Ballie interagieren; auch wurde der Roboter bis jetzt noch nicht unabhängig getestet. Es ist also unklar, ob Ballie wirklich hält, was er verspricht. 

Ob Ballie eine sinnvolle Investition ist oder nur eine teure Spielerei, die keinen wirklichen Mehrwert bietet, darf wohl jeder für sich selbst entscheiden. Süß sieht er auf jeden Fall aus und der ein oder andere wird bestimmt Freude daran haben.

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Unitree H1: Humanoider Roboter tanzt in der Menge

Keine Robotikmesse ohne humanoide Roboter: Auch auf der CES 2024 wurden wieder zwei neue Modelle vorgestellt. 

Kepler Robotics hat ein stationäres Modell des neuen Kepler Forerunner K1 vorgestellt, dieser stand allerdings nur rum, es gab keine Live-Demos.

Anders sah es bei Unitree aus, der Unitree H1 Humanoid wurde schnell zum Publikumsliebling: Fast durchgängig gab es Live-Demos und der Roboter tanzte inmitten der Zuschauer. Der Roboter machte dabei zwar einen stabilen Eindruck und es gab keine Unfälle, aber einen 68 Kilogramm schweren Roboter inmitten der Menge tanzen zu lassen, ist trotz allem ein wenig riskant. 

Humanoide Roboter sind natürlich immer ein Publikumsmagnet, bis jetzt gibt es aber noch keinen, der einen wirklichen Nutzen hat, abgesehen natürlich von der Aufmerksamkeit, die die herstellenden Firmen dadurch bekommen.

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Glidance: Roboterunterstützung für Sehbehinderte

Kommen wir nun zu Robotern, die tatsächlich Mehrwert bieten: Ganz vorne mit dabei ist Glidance, die für ihren Prototypen einen CES 2024 Innovation Award gewannen.

Glide ist eine Art Roboter-Gehhilfe auf Rollen, die, ähnlich wie ein Blindenführhund, Sehbehinderten dabei hilft, sich in der Umgebung zurechtzufinden.

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Quelle: Glidance.io

Glide verfügt über Kameras und Sensoren und gibt dem Nutzer Informationen über die Umgebung in Form von Sound und haptischem Feedback, so kann er zum Beispiel beschreiben, welche Gegenstände sich in der Nähe befinden. 

Er kann auch mit gängigen Navigations-Apps verbunden werden, man gibt also dann beispielsweise ein Ziel in Google Maps ein und der Roboter folgt der entsprechenden Route. Alternativ ist es aber zum Beispiel auch möglich, einen Spaziergang ohne Ziel zu machen. Zudem kann der Roboter auch innen eingesetzt werden und hier bei der Umgehung von Hindernissen helfen.

Der Gründer von Glidance, Amos Miller, verlor sein Augenlicht in seinen 20ern. Er war bei Microsoft in der Produktentwicklung tätig und hat beispielsweise die Microsoft Soundscape Navigations-App auf den Weg gebracht, die sehbehinderten Menschen bei der Navigation hilft. Mit Glide verfolgt er die Vision, sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Ein wirklich tolles Produkt, das noch dieses Jahr auf den Markt kommen soll.

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Mobinn: Ein Roboter, der Treppen steigen kann

Das koreanische RcLab präsentierte Mobinn; ein autonomer mobiler Roboter für die Lieferung auf der letzten Meile. Die Automatisierung der letzten Meile, also der Transportweg vom Depot zum Endkunden, ist schon länger ein Thema, und in diesem Bereich gibt es bereits einige Entwicklungen. Was Mobinn aber von Mitbewerbern abhebt: Räder, mit denen der Roboter Treppen “steigen” kann. 

Mobinn kann Treppen auf und ab fahren, eine Box, die sich selbst balanciert, sorgt dafür, dass transportiertes Essen oder Trinken nicht verschüttet wird.

Treppen sind für mobile Roboter eine Herausforderung, gerade auch im Hinblick auf die Industrie, wo ja doch die ein oder andere Treppe in die Produktionshalle führt. Daher Daumen hoch für Mobinn, dass sie das gemeistert haben. 

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Fingervision: Taktiles Feedback durch Kameras in Greifern

Ein interessantes Konzept für Greiftechnik präsentiert das japanische Startup Fingervision. Wie der Name bereits erahnen lässt, verfügen die Greifer über Kameratechnik und Bildverarbeitung. Dadurch weiß der Greifer, wie er den Gegenstand am besten nimmt und mit welcher Kraft er an welcher Stelle zudrücken muss. Dadurch wird verhindert, dass die gegriffenen Gegenstände raus rutschen. 

Zudem werden auch beispielsweise Labels erkannt. Eine bereits umgesetzte Anwendung ist das Sortieren von verpackten Reisbällchen, die mit Lachs oder Thunfisch gefüllt sind. Der Greifer sieht das Etikett und sortiert das Reisbällchen dementsprechend ein. 

Die Einsatzmöglichkeiten für so einen Greifer sind vielfältig, aktuell fokussiert sich das Startup auf die Lebensmittelindustrie, so werden zum Beispiel Hähnchen Nuggets aufgehoben und in Behälter gepackt.

Sehr interessant, zumal es ein Ziel des Unternehmens ist, diese Technologie preiswert anzubieten. 

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Moxie: Ein KI-Roboter für Kinder

Zum Abschluss noch ein weiteres Highlight: Moxie von Embodied AI.

Dabei handelt es sich um einen KI-Roboter mit einem Gesicht, das an animierte Figuren aus Disney- oder Pixar-Filmen erinnert und der ein Begleiter von Kindern sein soll.
Moxie wurde zusammen mit Kinderpsychologen und Spezialisten im Bereich der Kindesentwicklung kreiert und ist dadurch tatsächlich pädagogisch wertvoll.

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Quelle: Moxierobot.com

Moxie soll Kindern in verschiedenen Lebensbereichen unterstützen. Er soll Kinder zur Freude am Lernen animieren, indem sie mit ihm Gespräche über verschiedene Themen führen können. Moxie kann Fragen beantworten und spannende Fakten erzählen. Außerdem können Kinder ihm Vorlesen, was die Lese-und Sprachfähigkeit fördert. 

Moxie hilft auch bei der Entwicklung sozialer Fähigkeiten, laut Hersteller haben 71% der Eltern, die Moxie bereits einsetzen, eine Verbesserung der Sozialfähigkeiten ihrer Kinder berichtet. 
Die Kleinen können Moxie von ihren Sorgen erzählen, ohne dass sie sich vor negativem Feedback fürchten müssen. Viele Eltern berichteten, dass ihre Kinder durch Moxie selbstbewusster wurden und lernten, besser über ihre Gefühle zu sprechen. 

Der Roboter kann Kinder auch zu mehr Achtsamkeit anregen und mit ihnen geführte, altersgerechte Meditationen oder Atemübungen durchführen.
Natürlich ist Moxie auch Spielgefährte, man kann mit ihm beispielsweise Schnitzeljagden machen und tanzen. Das Kind bekommt tägliche Missionen, mit deren Hilfe es spielerisch Empathie, Respekt oder Freundlichkeit lernt. 

Moxie ist bereits erhältlich, auf der CES wurde die neueste Version des Roboters vorgestellt, die über Verbesserungen verfügt. Zudem können nun bis zu 4 Kinder ein eigenes Profil auf Moxie haben. Der Preis liegt neu bei 800 €, der Hersteller bietet auch gebrauchte, aufbereitete Modelle für 650 € an. Moxie ist auf Kinder zwischen 5 und 10 Jahren angelegt, und man kann Moxie vor dem Kauf in einer virtuellen Demo testen. 

Ein toller Roboter, der Kindern spielerisch KI und Robotik näherbringt und Berührungsängste nimmt. 

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CES 2024: Fazit

Das waren die Roboter-Highlights der CES 2024. Neben einigen Geräten, die wohl eher Sensation als Nutzen bringen, wurden auch wirklich tolle, innovative Produkte vorgestellt, die unser Leben in Zukunft einfacher machen könnten.